"Erzähl, dass mein Haus im Kolchos ich fand ..." - KunstKlang

"Erzähl, dass mein Haus im Kolchos ich fand ..." - KunstKlang
am 30.10.2021
Zachor / In Memoriam Konzertwochenende 29. bis 31. Oktober zum Jubiläum 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland Die Freundschaft zwischen Mieczyslaw Weinberg und Dmitri Schostakowitsch Die Freundschaft zu Mieczyslaw Weinberg eröffnet... weiterlesen
Tickets ab 40,00 €

Termine

Orte Datum
Feuchtwangen
Stadthalle Kasten
Sa. 30.10.2021 20:00 Uhr Tickets ab 40,00 €

Event-Info

Zachor / In Memoriam
Konzertwochenende 29. bis 31. Oktober zum Jubiläum 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Die Freundschaft zwischen Mieczyslaw Weinberg und Dmitri Schostakowitsch

Die Freundschaft zu Mieczyslaw Weinberg eröffnet Schostakowitsch die facettenreiche Welt der jüdischen Musik; die Welt des Freundes wird ihm zur Inspiration für sein eigenes Schaffen. Eher zufällig stößt Schostakowitsch in einer Buchhandlung auf eine Sammlung jüdischer Gedichte (die Texte stammen aus einem ins Russische übersetzten Band mit jüdischen Volksweisen), die vom Leid der Juden im Zarenreich erzählen. Schostakowitschs Werke sind der politischen Führung zu melancholisch und wenig geeignet um „stark zu machen“. Wohl aus vorauseilendem Zensur-Gehorsam schiebt er seiner Vertonung der jüdischen Volkspoesie drei Lieder nach: sie künden vom „Glück“ der Sowjetzeit: „Du kleines Flüsschen, fließ munter dahin, erfreu meinen Lieben das Herz und den Sinn. Erzähl, dass mein Haus im Kolchos ich fand“, heißt es im 9. Lied „Das schöne neue Leben“. Dennoch findet seine Komposition in der antisemitischen Grundstimmung der Stalin-Ära kein Gefallen. Er „habe sich an die Juden verkauft“, so der Vorwurf.
Die in Feuchtwangen dargebotene Fassung für Klavier und drei Solostimmen, die auf die Palmen des Freundes Weinberg folgt, bringt Schostakowitsch, selbst am Klavier, erst zwei Jahre nach Stalins Tod, im Jahr 1955 zur Uraufführung. Erst acht Jahre danach wird die reich instrumentierte Orchesterfassung im Ausland uraufgeführt.
Programm: Maurice Ravel: Kaddish aus Deux Mélodies hébraïques Giacomo Puccini: Crisantemi Mieczyslaw Weinberg: 3 Palmen für Sopran und Streichquartett op.120 (Poem nach Versen von Michail Lermontow) Dmitri Schostakowitsch: Aus jiddischer Volkspoesie op. 79 (Liedzyklus für Sopran, Alt und Tenor mit Klavier)

Zu hören sind das Eliot Quartett, Christiane Karg, Sopran; Nadine Weissmann, Mezzosopran, Siyabonga Maqungo, Tenor; Ulrike Payer, Klavier

Karten:
Preisgruppe 1 45 Euro Preisgruppe 2 38 Euro

Foto: Das Opernglas / Ludwig Olah

Event-Info

Zachor / In Memoriam
Konzertwochenende 29. bis 31. Oktober zum Jubiläum 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Die Freundschaft zwischen Mieczyslaw Weinberg und Dmitri Schostakowitsch

Die Freundschaft zu Mieczyslaw Weinberg eröffnet Schostakowitsch die facettenreiche Welt der jüdischen Musik; die Welt des Freundes wird ihm zur Inspiration für sein eigenes Schaffen. Eher zufällig stößt Schostakowitsch in einer Buchhandlung auf eine Sammlung jüdischer Gedichte (die Texte stammen aus einem ins Russische übersetzten Band mit jüdischen Volksweisen), die vom Leid der Juden im Zarenreich erzählen. Schostakowitschs Werke sind der politischen Führung zu melancholisch und wenig geeignet um „stark zu machen“. Wohl aus vorauseilendem Zensur-Gehorsam schiebt er seiner Vertonung der jüdischen Volkspoesie drei Lieder nach: sie künden vom „Glück“ der Sowjetzeit: „Du kleines Flüsschen, fließ munter dahin, erfreu meinen Lieben das Herz und den Sinn. Erzähl, dass mein Haus im Kolchos ich fand“, heißt es im 9. Lied „Das schöne neue Leben“. Dennoch findet seine Komposition in der antisemitischen Grundstimmung der Stalin-Ära kein Gefallen. Er „habe sich an die Juden verkauft“, so der Vorwurf.
Die in Feuchtwangen dargebotene Fassung für Klavier und drei Solostimmen, die auf die Palmen des Freundes Weinberg folgt, bringt Schostakowitsch, selbst am Klavier, erst zwei Jahre nach Stalins Tod, im Jahr 1955 zur Uraufführung. Erst acht Jahre danach wird die reich instrumentierte Orchesterfassung im Ausland uraufgeführt.
Programm: Maurice Ravel: Kaddish aus Deux Mélodies hébraïques Giacomo Puccini: Crisantemi Mieczyslaw Weinberg: 3 Palmen für Sopran und Streichquartett op.120 (Poem nach Versen von Michail Lermontow) Dmitri Schostakowitsch: Aus jiddischer Volkspoesie op. 79 (Liedzyklus für Sopran, Alt und Tenor mit Klavier)

Zu hören sind das Eliot Quartett, Christiane Karg, Sopran; Nadine Weissmann, Mezzosopran, Siyabonga Maqungo, Tenor; Ulrike Payer, Klavier

Karten:
Preisgruppe 1 45 Euro Preisgruppe 2 38 Euro

Foto: Das Opernglas / Ludwig Olah